Vion Adriaens setzt auf kurze Lieferkette

Date: 14-07-2021

Quelltext: Food & Meat

Im Februar 2021 hat die niederländische Lebensmittelgruppe Vion Food Group den Rinderschlachtbetrieb Adriaens im belgischen Zottegem übernommen. Der hochmoderne Schlachtbetrieb will sich auf die Entwicklung regionaler kurzer Lieferketten konzentrieren. Dank hervorragender Beziehungen zu Landwirten und tierfreundlicher Schlachtprozesse sind Qualität, Sicherheit und ein hervorragender Geschmack des Endprodukts stets gewährleistet.

Vion Food Group ist ein internationales Lebensmittelunternehmen für Fleisch und pflanzlichen Fleischersatz und ist hauptsächlich in den Niederlanden und Deutschland tätig. Mit der Übernahme von Adriaens aus Velzeke bei Zottegem besitzt Vion erstmals einen Schlachtbetrieb in Belgien. Vor der Übernahme durch Vion Food Group stand Adriaens bereits einige Zeit bei den Niederländern im Arbeitsverhältnis. Die hochmodernen und tierfreundlichen Anlagen dieses Rinderschlachtbetriebs überzeugten die Niederländer schließlich. Pascal De Clerck, Niederlassungsleiter von Vion Adriaens, erläutert: „Vion Adriaens ist in der Schlachtung und Zerlegung von Rindern tätig. Die Schlachtkapazität von 2500 Rindern pro Woche sowie zwei vollwertige Zerlegeräume machen Vion Adriaens zu einem der größten Rinderschlachtbetriebe Belgiens. Zurzeit werden 1500 Rinder pro Woche geschlachtet. Jetzt, da das Unternehmen zu Vion gehört, hoffen wir, weiter zu wachsen.“

Regionale Lieferkette

Mit der Übernahme von Adriaens möchte Vion sich jetzt auf die Entwicklung regionaler Lieferketten konzentrieren. Pascal De Clerck: „Unsere Kunden wollen wissen, was sie kaufen und woher das Produkt kommt. Indem wir mit regionalen Lieferketten arbeiten, wissen unsere Kunden ganz genau, welches Fleisch sie kaufen. Durch den Kontakt zu örtlichen Landwirten und Viehhändlern und indem wir hauptsächlich mit einheimischen Rindern arbeiten, sind wir in der Lage, eine hochwertige und transparente Rindfleischkette auszubauen.“

Tierfreundliche Schlachtung

In den letzten Monaten hat Vion gemeinsam mit Adriaens Maßnahmen zur tierfreundlicheren Schlachtung ergriffen. Pascal De Clerck: „Wir haben in unserem Schlachthof einen automatischen Treibgang installiert, der innerhalb von Europa ziemlich einzigartig ist. Diese Methode dient dazu, während der Schlachtung den Stress für die Tiere zu reduzieren. Nachdem sich die Rinder in den großen Ställen ausgeruht haben, werden sie durch einen abgeschirmten halbrunden Gang ohne Ecken geführt, sodass sie nicht erschrecken oder abgelenkt werden.“

Sichere und nachhaltige Lebensmittel

Vion Adriaens verfügt laut Pascal De Clerck über eine hochmoderne Infrastruktur zur Gewährleistung der Lebensmittelsicherheit, darunter Schnellkühltunnel und Staubsauger. Andere Produktionsverfahren helfen dem Schlachtbetrieb auch dabei, die wachsende Nachfrage nach Nachhaltigkeit zu erfüllen. So wird beispielsweise der ökologische Fußabdruck reduziert, indem unter anderem Abwasser zu Trinkwasser recycelt wird.

Alles ist brauchbar

Die Nachhaltigkeit der Branche bedeutet auch, dass von dem Rinderschlachtkörper nichts verloren geht. Pascal De Clerck: „Wir zerlegen fast alles: vom Schlachtkörper bis zum Fleisch. Andere Teile können oft als Rohstoff für andere Produkte verwendet werden. Rinderhaut wird beispielsweise zu Leder verarbeitet, und sonstige Restprodukte dienen als Rohstoff für Tiernahrung oder die Pharmaindustrie.“

Juwel

Luc De Laet zollt der Arbeit von Vion Adriaens bereits großes Lob. Der Spitzenmetzger aus Hove hat mit seinem Unternehmen Butcher’s Store ein echtes Fleischimperium ausgebaut, das drei Metzgereien, einen Großhandel und zwei Restaurants umfasst. Die große Mehrheit seiner Kunden stammen aus der Gastronomie: Er beliefert mehr als 250 Restaurants in Belgien und anderen Ländern. Es versteht sich daher von selbst, dass dieser Metzgermeister nur mit Spitzenqualität zufrieden ist. Nach einem Rundgang durch den Schlachtbetrieb ist er davon überzeugt, dass Vion Adriaens diese Qualität liefern kann. Unverblümt vergleicht er Schlachtbetrieb Vion Adriaens mit einem Juwel.

Respekt für Tier und Produkt

Luc De Laet: „Schreiben Sie auf, dass ich mit meinem Unternehmen aktiv gegen die Verflachung des Geschmacks ankämpfen möchte. Durch das Angebot außergewöhnlicher verarbeiteter Fleischprodukte möchte ich den Verbraucher dafür sensibilisieren, weniger, aber dafür viel besseres Fleisch zu essen. Um dies zu erreichen, müssen alle Glieder der Fleischkette optimal funktionieren. Das beginnt bei der Partnerschaft mit Landwirten und Viehhändlern, die die beste Qualität anbieten möchten. Wer sich auf die regionale, kurze Lieferkette beschränkt, versteht die Branche besser und kann die beste Qualität auswählen.“ Aber auch die Schlachtbetriebe sind in der Lieferkette von großer Bedeutung, so Luc De Laet weiter: „Rinder, die auf tierfreundliche Art geschlachtet werden, haben keinen Stress gehabt. Das wirkt sich sehr positiv auf den Geschmack des Fleisches aus. Eigentlich ist alles eine Frage des Respektes für das Tier und das Produkt. Und dieser Respekt ist bei Vion Adriaens sicherlich vorhanden.“

Hygiene ist das A und O

Qualitätsfleisch kann nur dann produziert werden, wenn die hygienischen Bedingungen im gesamten Produktionsprozess optimal sind. Vor diesem Hintergrund beobachtete Luc De Laet ganz genau, ob Vion ausreichend in eine Infrastruktur investiert hat, mit der die Lebensmittelsicherheit gewährleistet werden kann. Laut dem Spitzenmetzger ist Schlachtbetrieb Vion Adriaens auch im Bereich der Hygiene und Lebensmittelsicherheit ein Spitzenunternehmen. Dass die Aufrechterhaltung hoher Standards und Normen seinen Preis hat, ist laut Luc De Laet von geringer Bedeutung. „Wer Qualitätsfleisch haben möchte, muss dafür bezahlen. Ein gutes Produkt soll kosten, was es wert ist. Dann respektieren die Menschen wenigstens, was auf ihrem Teller liegt.“

VION ADRIAENS

Slachthuisstraat 1 | 9620 Velzeke (Zottegem), Belgien

T: +32 9 360 60 11 | E: info.adriaens@vionfood.com

BUTCHER’S STORE BY DE LAET & VAN HAVER

Kapelstraat 102 | 2540 Hove, Belgien

+32 3 455 26 74 | info@delaet-vanhaver.com
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Text: Peter Van Oyen

Fotos: The Image Factory