Vion Tochter optimistisch: „De Groene Weg“ führt auch nach Deutschland

Date: 12-02-2021

Der holländische Biofleisch-Produzent De Groene Weg will auch in Deutschland nachfrageorientierte biologische Lieferketten aufbauen. Entsprechende Pläne stellt das Unternehmen auf der Biofach vor. Die jährliche Weltleitmesse für ökologische Konsumgüter in Nürnberg findet vom 17. bis 19. Februar erstmals digital statt.

„Bio“ boomt. Ob Schwein, Rind oder Geflügel – der Markt für biologische Fleischprodukte wächst rasant. Über alle Fleischsorten hinweg machte der Bio-Fleischabsatz im LEH im 2020 einen Sprung um 55,5 % auf 49.049 t und erreichte einen Marktanteil von 2,9 %. Allein im Segment Schweinefleisch stieg der Absatz in Deutschland 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 48,9 % auf 11.534 t. Damit erreichte Bio-Schweinefleisch hierzulande erstmals einen Marktanteil von 2 Prozent. Um die Nachfrage zu bedienen, werden bereits große Mengen Biofleisch aus den Niederlanden und Dänemark importiert.

Einer der größten Biofleisch-Produzenten Europas ist De Groene Weg (deutsch: Der Grüne Weg), eine eigenständige Tochter der Vion Food Group. In den Niederlanden hat das Unternehmen einen Marktanteil von 75 %. Die bis heute 40-jährige Erfolgsgeschichte des Unternehmens basiert für Direktor Allard Bakker auf vier Säulen: „Unsere enge Zusammenarbeit mit den besten Biobauern Hollands folgt einer gemeinsamen Zielsetzung – ein gutes Leben für das Tier, ein fairer Preis für den Landwirt, die Produktion von hervorragendem Fleisch, in der bestmöglichen Qualität für den Kunden“.

Dahinter steht der sukzessive Aufbau einer nachfrageorientierten Lieferkette, in der heute etwa 110 Landwirte dem Unternehmen durchschnittlich 2.300 Bio-Schweine pro Woche liefern. „Die Ausgewogenheit zwischen Nachfrage und Angebot – Stichwort ‚sukzessive‘ – ist für alle Beteiligten wichtig“, so Bakker. Unbefristete Verträge sichern dem Unternehmen die Lieferverpflichtung der Schweinehalter und denen wiederum die Abnahmeverpflichtung von De Groene Weg.

Für dieses Konzept will das Unternehmen nun verstärkt auch unter deutschen Landwirten werben, um mittelfristig vergleichbare Lieferketten auch in Deutschland aufzubauen. Die Erfahrung aus den Niederlanden zeige, dass die Umstellung eines konventionelle Schweinemastbetriebs auf biologische Tierhaltung durchschnittlich zwei bis drei Jahre dauere. „Und ich kenne nicht einen Landwirt, für den sich der Schritt zum grünen Weg der Schweinefleischproduktion nicht auch wirtschaftlich gelohnt hat“, erklärt Allard Bakker. Ziel von De Groene Weg ist es, auch in diesem Sinne die eigenen Erfahrungen bei der Umstellung auf Bio mit deutschen Landwirten zu teilen.

Corona habe dem Unternehmen noch einmal gezeigt, dass die Zahl bio-affiner Verbraucher signifikant wächst. In den Niederlanden betreibt De Groene Weg eine eigene Bio-Fleischereikette, deren landesweite Filialen 2020 einen Neukundenanteil von 15 % registrierten. „Die Verbraucher honorieren“, so Bakker, „wie sich unsere Bauern gemeinsam mit De Groene Weg eindeutig zur nachhaltigen Schweinehaltung positionieren und erkennen, dass Tierwohl für uns echte Herzenssachen ist und deutlich mehr als eine EU-Norm“.

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