Vion Pork startet Pilotversuch mit Vion-Langzeitpreis (LZP)

Date: 26-02-2018 Schlagwörter:

Boxtel, 26. Februar 2018 – Vion Pork startet im März 2018 einen Pilotversuch mit dem Vion-Langzeitpreissystem (LZP) für Betriebe mit geschlossenem System. „Diese Preissystematik ermöglicht einen stabileren Futtergewinn“, so Frans Stortelder COO bei Vion Pork.

Das LZP-System ist Teil des im März 2017 von Vion Pork eingeführten Good Farming Balance. Das Konzept bietet drei Preissysteme: 

  • Vion-Wochennotierung;
  • Vion-Preisindexgarantie (PIG), gekoppelt an einen Korb internationaler Notierungen;
  • Vion-Langzeitpreis (LZP), Festpreis für einen festgelegten Zeitraum.

Risikomanagement
Mit der LZP-Systematik bietet Vion ein neues Instrument für ein Risikomanagement. Der Vion LZ-Preis wird für einen bestimmten Zeitraum festgelegt. Indem für denselben Zeitraum Absprachen mit dem Futterlieferanten bezüglich einer Festlegung des Futterpreises getroffen werden, können Schweinehalter ihre Marge für Schweine im Pilotversuch festlegen.

Futtergewinn in der Vergangenheit
Frans Stortelder: „Grundlage für die Festlegung des Vion LZ-Preises ist der Futtergewinn in der Vergangenheit. Die Höhe des Vion LZ-Preises basiert auf dem MAS-Index – einem Analysemodell, das den Preis vorhersagt – und dem durchschnittlichen Futtergewinn in der Vergangenheit, gemessen innerhalb eines Zeitraums von 12 Jahren. Der MAS-Index ist transparent und nicht beeinflussbar, da ihm die Notierungen der Terminmärkte in Chicago und Paris zugrunde liegen. Vion hat das Modell für die LZP-Berechnung in Zusammenarbeit mit Experten auf dem Gebiet langfristiger Preisgestaltung entwickelt, darunter Prof. Joost Pennings der Wageningen University & Research. Grundlage für das Modell waren Angaben von KWIN und Agrovision.“

13 Wochen
Obwohl sich der LZ-Preis für unterschiedlich lange Zeiträume berechnen lässt, hat sich Vion dafür entschieden, im Pilotversuch mit Zeiträumen von 13 Wochen zu beginnen, in denen der LZ-Preis festliegt. Dies knüpft an den Großteil der Verträge an, die Vion selbst auf den Absatzmärkten abschließt.

Saisonale Muster
Die Festlegung des LZP für Zeiträume von jeweils 13 Wochen knüpft an das übliche saisonale Muster bei Futtergewinn und Schweinepreis an; rückblickend betrachtet gibt es zwischen beiden eine starke Korrelation. Im Durchschnitt ist der Futtergewinn in den ersten 13 Wochen des Jahres niedrig, gefolgt von einer Steigerung in Quartal 2 und 3. Danach nimmt der Gewinn im letzten Quartal meist wieder ab. Durch ein Festsetzen des Preises für 13 Wochen werden die Ausreißer im Futtergewinn (nach oben und nach unten) weniger drastisch ausfallen als auf Grundlage des fluktuierenden Wochenpreises.

Einzelner Betrieb
Ziel des Vion LZ-Preises ist es, das Preisrisiko für die Schweinehalter während der Produktionsphase zu eliminieren. Der Vion LZ-Preis sorgt in Kombination mit dem Festsetzen des Futterpreises für einen stabileren Futtergewinn. Der LZ-Preis selbst garantiert jedoch nicht den Futtergewinn für den einzelnen Betrieb. Genau wie bei jedem anderen Preissystem ist der Futtergewinn eines Schweinehalters auch wesentlich von den erzielten technischen Ergebnissen abhängig. Eine niedrigere Futterverwertung oder ein verminderter Betriebsausfall sorgen dafür, dass der Schweinehalter einen höheren als den durchschnittlichen Futtergewinn erzielt, auch mit dem LZ-Preis.

Einstieg
Die Teilnahme am Pilotversuch ist für Schweinezuchtbetriebe mit geschlossenem System ab Woche 14 möglich, Beteiligung ist möglich in den Wochen 18, 22 und 27. Der Teilnahmezeitraum beim Pilotversuch ist minimal 1 Jahr für einen festgelegten Teil der gelieferten Schweine: mindestens 10 %, in Schritten von jeweils 10 % bis maximal 50 %. Allard Bakker, Projektmanager Good Farming Balance bei Vion Pork: „Die Schweine, die im Rahmen der LZP-Systematik geliefert werden, können nicht an der Preisindexgarantie (PIG) teilnehmen. Die beiden Preissysteme sind zueinander komplementär und ergänzen sich. Das Anmelden desselben Schweins für beide Systeme ist daher nicht möglich.“ 

Geschlossenes System
Der LZP-Pilotversuch wendet sich an Betriebe mit geschlossenem System; die Preissystematik ist unabhängig von den fluktuierenden Wochenpreisen für Schweine. „Basierend auf den Erfahrungen dieses Versuchs werden wir schauen, wie wir das LZP-System weiterentwickeln und auch auf Betriebe ohne geschlossenes System anwenden können“, so Bakker.

Vertrauen
Im Pilotversuch möchte Vion gemeinsam mit den Schweinehaltern Erfahrungen im Hinblick auf ein besseres Risikomanagement sammeln. „Vion stellt mit dem LZP-Pilotversuch ein innovatives Preisinstrument bereit, mit dem Ziel, das Preisrisiko in der Schweinehaltung zu verringern und somit Schweinehaltern einen besser vorhersagbaren und stabileren Futtergewinn zu ermöglichen. Vion kann hierdurch auf internationalen Märkten noch bessere Absprachen mit Abnehmern treffen. Das Festigen unserer Marktpositionen – mit dem Good Farming Balance-Konzept – ist sowohl im Interesse Vions als auch der Schweinehalter“, so Frans Stortelder.