Vion übernimmt Verantwortung für nachhaltige Lebensmittelversorgung

Date: 27-03-2020

Boxtel, 27. März 2020 Die neue auf Nachhaltigkeit, Klima- und Tierschutz ausgerichtete Lieferketten-Strategie „Building Balanced Chains“ hat für Vion das Geschäftsjahr 2019 geprägt. Der niederländisch-deutsche Fleischkonzern ist überzeugt, so die Anforderungen und Herausforderungen des Marktes nach einer gesunden Lebensmittelversorgung zu erfüllen. Vion will in Zukunft Vorreiter sein bei der steigenden globalen Nachfrage nach tierischen und pflanzlichen Proteinen. Das Unternehmen wird mit seiner Strategie verstärkt die Landwirtschaft in die Produktionsketten bis zum Kunden einbinden.

Die guten Ergebnisse der Division Pork haben 2019 zu einem insgesamt erfolgreichen Geschäftsjahr für Vion beigetragen. Der Konzern profitierte von der gestiegenen Nachfrage in Asien und seiner bestehenden Infrastruktur in der Region. Aber auch auf den Heimatmärkten und in Europa trug der Schweinefleischsektor zu guten Margen bei.

Finanzkennzahlen

  • Die Umsatzerlöse sind im Jahr 2019 um 390 Millionen (8,4 %) auf 5,1 Milliarden Euro gestiegen. Diese Umsatzsteigerung ist insbesondere auf die gestiegenen Preise für Schweinefleischprodukte zurückzuführen.
  • Das normalisierte EBITDA betrug 2019 113,2 Millionen Euro im Vergleich zu 60,5 Millionen Euro im Jahr 2018. Dieser Anstieg resultiert aus den Investitionen in den letzten Jahren sowie den guten Ergebnissen der Division Pork.
  • Der Nettogewinn stieg von 10,2 Millionen Euro in 2018 auf 26,6 Millionen Euro im Jahr 2019.
  • Höhere Vieh- und Fleischpreise führten zu einer Erhöhung des Working Capital um 125,5 Millionen Euro.
  • Im Jahr 2019 wurden 54,7 Millionen Euro in verschiedene Produktionsstandorte investiert.


Operatives Geschäft und Kennzahlen zu Corporate Social Responsibility (CSR)

  • Startschuss der neuen Vion-Strategie „Building Balanced Chains“ mit Konzepten für nachhaltige Lieferketten.
  • Investitionen in Höhe von 35 Millionen Euro in den Vion-Standort Boxtel. Dadurch ist eine kürzere Lieferkette in der Produktion von Schweinefleisch entstanden und so eine nachhaltige Arbeitsweise an einem Standort möglich.
  • Vion steht an der Spitze der weltweiten „Business Benchmark on Farm Animal Welfare“ (BBFAW) und ist auch auf dem „Transparenz-Benchmark“ erneut weiter nach oben gerückt.
  • Good Farming Star, Good Farming Balance, Good Farming Organic, De Groene Weg und GQB sind einige Beispiele für die neue Strategie „Building Balanced Chains“.
  • Vion präsentiert „ME-AT“, eine neue Lieferkette im Bereich pflanzlicher Proteine für Einzelhandelskunden.
  • Der Rinderschlachtbetrieb in Leeuwarden wurde zu einer Produktionsstätte für pflanzliche Fleischersatzprodukte umgebaut.
  • Vion legt 18 relevante Themen in der CSR-Politik fest, dabei handelt es sich um 11 gesellschaftliche, 5 ökologische und 2 wirtschaftliche Themen. Zu 9 dieser Themen hat Vion Grundsätze formuliert, die in der Organisation aktiv umgesetzt werden.
  • Einführung des biologischen Kettenkonzepts Good Farming Organic in Deutschland.
  • Der Mischbetrieb (für Schwein und Rind) am Standort Altenburg in Thüringen hat die Schweineschlachtung eingestellt; Vion investiert an dem Standort in die Rinderschlachtung.

Statement des CEO
Ronald Lotgerink, CEO von Vion: „Vion blickt auf ein erfolgreiches Jahr mit guten Ergebnissen und einer starken Bilanz zurück. Zurückführen ist das u. a. auf die gestiegene asiatische Nachfrage nach Schweinefleisch. Neben der gestiegenen Umsatzentwicklung durch die in Asien herrschende Afrikanische Schweinepest sind die positiven Ergebnisse aber auch auf Investitionen in die Modernisierung einzelner  Produktionsstandorte zurückzuführen.

Im vergangenen Jahr haben wir zudem auf den Heimatmärkten eine Verunsicherung bezüglich unserer veränderten Lebensmittelproduktion festgestellt. Unsere neu entwickelte Strategie berücksichtigt vor allem die gesellschaftlichen Entwicklungen. Die Strategie „Building Balanced Chains“ wurde bereits Ende 2018 angekündigt und knüpft an die Entwicklung nachhaltiger und moderner Lieferketten an, um unsere Branche zu stärken, sie belastbar zu machen und allen Beteiligten eine Zukunftsperspektive zu bieten. Die Entscheidungen, die aus dieser neuen Strategie hervorgehen, prägen unsere Arbeitsweise für die kommenden Jahre und tragen positiv zu einer gesunden und nachhaltigen Lebensmittelversorgung bei.“

Die Division Pork profitierte 2019 von der gestiegenen asiatischen Nachfrage nach europäischem Schweinefleisch und den guten Ergebnissen in den europäischen Märkten. Die hervorragende Lieferstruktur nach Asien, wo Vion bereits seit Jahren einen festen Kundenbestand bedient, hat Früchte getragen. Es ist davon auszugehen, dass die Nachfrage auch im Jahr 2020 stark bleiben wird. Die durch das Coronavirus (COVID-19) hervorgerufene Unruhe auf den Märkten sorgte Anfang 2020 für eine größere Volatilität. Am Standort Boxtel hat Vion mit der Modernisierung des Betriebes und der Erweiterung der Verpackungshallen begonnen.

Die Division Beef stand 2019 vor zahlreichen Herausforderungen. Sowohl die Nachfrage nach Rindfleisch als auch das Angebot gingen zurück. Gründe hierfür sind unter anderem die Phosphat-Maßnahmen der vergangenen Jahre in den Niederlanden sowie der zunehmende Wettbewerb im Markt, der durch den Import von Rindfleisch aus Südamerika entstanden ist. Darüber hinaus herrschte wie schon im Vorjahr eine geringe Nachfrage nach Rinderhäuten. Im dritten Quartal 2019 gab Vion bekannt, dass der Rinderschlachtbetrieb in Leeuwarden für pflanzliche Produkte umgebaut wird. Der bisherige Mischbetrieb (Schwein und Rind) am thüringischen Standort Altenburg spezialisiert sich seit dem ersten Quartal 2020 auf Rindfleisch.

Die Division Food Service Im Heimatmarkt Deutschland ist die Division Food Service Marktführer für Schnitzel und Hackfleischprodukte. Darüber hinaus ist sie ein führender Hersteller von Fingerfood und Partysnacks, Burgern, Wraps und vegetarischen Produkten.

CSR ist integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie
Vion hat die 2. Stufe des internationalen Tierschutz-Benchmark (Farm Animal Welfare BBFAW) erreicht und ist 2019 beim Transparenz-Benchmark zum dritten Mal in Folge deutlich gestiegen (vom 112. auf den 58. Platz). Da die Corporate Social Responsibility einen integralen Bestandteil der Unternehmensstrategie darstellt, ist das Unternehmen auf diese Ergebnisse besonders stolz. In der neuen Unternehmensstrategie „Building Balanced Chains“ gilt nachhaltiges Wachstum als wesentlicher Bestandteil des Tagesgeschäfts. Aus diesem Grund gibt Vion jedes Jahr einen separaten CSR-Bericht heraus. Darin informiert das Unternehmen über seine Schritte in Bezug auf Themen von gesellschaftlicher Relevanz, auf die es auch tatsächlich Einfluss ausüben kann.

Ausblick auf 2020
Vion wird auf der Grundlage der neuen Strategie „Building Balanced Chains“ auch 2020 weiterhin intensiv an neuen Lieferketten in den Niederlanden und in Deutschland arbeiten. Dies geschieht im Interesse der Agrarunternehmer und aller Lieferkettenpartner von Vion. Im Jahr 2020 hat Vion die Organisation innerhalb des Konzerns von drei Divisionen auf die vier Business Units Pork, Beef, Food Service und Retail umgestellt. Neu in dieser Struktur ist die Business Unit Retail, die sich mit Innovationen, pflanzlichen Eiweißprodukten und Fleischprodukten für Einzelhandelskunden beschäftigt. Gezielte Kommunikation, Kultur- und Leadership-Programme sowie die dazugehörigen IKT-Lösungen unterstützen die Implementierung der Strategie.

Das Coronavirus (COVID-19) sorgt 2020 für große Unsicherheit. Vion übernimmt mit der Lieferung von Lebensmitteln eine entscheidende Rolle in der Kontinuität der Lebensmittelversorgung für die Gesellschaft. Die Corona-Krise ruft eine umfassende Veränderung in den Konsumgewohnheiten der Menschen hervor: Man isst nicht mehr auswärts, sondern zu Hause. Der Absatz von Fleisch an Restaurants und Hotels ist so nahezu zum Erliegen gekommen, während die Lieferungen an Supermärkte deutlich zugenommen haben. Der Umsatz bei preiswerten Fleischprodukten wie Hackfleisch nimmt im Vergleich zu Edelteilen zu. Diese Veränderungen wirken sich erheblich auf die Fleischverwertung aus, wodurch ein neues Verhältnis zwischen Ein- und Verkaufspreisen entsteht.

Die Sicherheit unserer Mitarbeiter steht an erster Stelle. Gleichzeitig setzen wir jedoch alles daran, die Produktion auf verantwortungsbewusste Art und Weise fortzuführen. Vion spielt bei der Lebensmittelversorgung der Gesellschaft eine wesentliche Rolle und arbeitet eng mit den deutschen und niederländischen Behörden zusammen, um dieser Rolle auch in der derzeitigen Krisensituation gerecht zu werden.

Die Corona-Krise erschwert zudem die Aufrechterhaltung der Infrastruktur in Asien für den Export von Schweinefleisch. Dennoch bietet Asien auch 2020 nach wie vor Chancen, u. a. aufgrund der hartnäckigen Afrikanischen Schweinepest. Da ASP möglicherweise auch eine Bedrohung für Europa darstellen kann, wird die Entwicklung in engem Kontakt mit den Behörden genau beobachtet.

Finanzergebnisse und Finanzposition

Konzern-Kennzahlen

(Beträge in Millionen Euro) 2019 2018
Umsatzerlöse

Normalisierter EBITDA aus fortgeführten Aktivitäten

Ergebnis vor Zinsen und Steuern

Nettoergebnis

Netto-Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit

Netto-Cashflow aus Investitionstätigkeit

Nettoverbindlichkeiten

Eigenkapitalquote

 

5.060

113,2

36,4

26,6

-30,1

-51,8

178,7

38,1 %

 

4.670

60,5

16,8

10,2

90,0

-58,5

35,1

45,4 %

  • Die Umsatzerlöse sind im Vergleich zum Jahr 2018 um 8,4 % auf fast 5,1 Milliarden Euro gestiegen. Diese Umsatzsteigerung ist insbesondere auf die gestiegenen Preise für Schweinefleisch und andere Schweineprodukte zurückzuführen. Der Absatz ist im Vergleich zu 2018 um 4,3 % zurückgegangen.
  • Die weitere Optimierung der Verwertungsinitiativen und die erhöhte weltweite Nachfrage nach Schweinefleisch führten zu höheren Bruttomargen.
  • Das normalisierte Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) ist um 52,7 Millionen Euro auf 113,2 Millionen Euro gestiegen. Das beruht einerseits auf den Produktionsinvestitionen der vergangenen Jahre, die positiv zur Ergebnisentwicklung beitragen, andererseits auf den gestiegenen Preisen und Margen für Schweinefleisch und Schweineprodukte sowie den guten Ergebnissen der Division Food Service. Dieses positive Ergebnis wurde durch die niedrigeren Ergebnisse der Division Beef belastet, die sich infolge der schwierigen Marktlage ergeben haben. Infolge der Erfassung des Miet- und Leasingaufwands nach IFRS 16 stieg das EBITDA um ca. 16 Millionen Euro.
  • Die Abschreibungen stiegen um 17,9 Millionen, insbesondere infolge der geänderten Erfassung des Miet- und Leasingaufwands nach IFRS 16.
  • Aus der strategischen Neuausrichtung des Unternehmens erwuchs ein Wertminderungsaufwand in Höhe von 12,6 Millionen Euro in Bezug auf die Schließung einiger Produktionsstandorte und IT-Initiativen. Darüber hinaus wurden in diesem Jahr Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 6,7 Millionen Euro für die Schließung und Verlegung einiger Aktivitäten und Produktionsstandorte erfasst.
  • Das Nettoergebnis stieg insbesondere aufgrund der verbesserten operativen Ergebnisse auf 26,7 Millionen Euro.
  • Das höhere Working Capital und die Änderung bei der Erfassung des Miet- und Leasingaufwands nach IFRS 16 führten zu höheren finanziellen Aufwendungen und Erträgen.
  • Durch die stark gestiegenen Einkaufspreise, insbesondere in der Division Pork, ist das Working Capital mit 125,5 Millionen Euro deutlich höher als im Jahr 2018. Hierdurch sank der operative Cashflow auf -30,1 Millionen Euro. Lässt man den Effekt des erhöhten Working Capital außer Betracht, beträgt der operative Cashflow 95,4 Millionen Euro, 2018 waren dies 46,3 Millionen Euro.
  • 2019 wurden 54,7 Millionen Euro in die Optimierung der Unternehmenspräsenz sowie in die Effizienzsteigerung verschiedener Produktionsstandorte investiert.
  • Die Nettoverbindlichkeiten stiegen 2019 von 35,1 Millionen Euro Ende 2018 auf 178,7 Millionen Euro Ende 2019. Diese Zunahme wird größtenteils durch das höhere Working Capital und die infolge der Implementierung des IFRS 16 gestiegenen Leasingverpflichtungen verursacht.
  • Durch die starke Erhöhung des Working Capital und die Aufnahme der Right-of-Use-Assets in die Bilanz nach der Implementierung des IFRS 16 sowie durch die dadurch gestiegene Bilanzsumme sank die Eigenkapitalquote von 45,4 % auf 38,1 %. Die absolute Höhe des Eigenkapitals ist im Vergleich zum Jahresende 2018 gestiegen.
  • Die Liquidität von Vion betrug zum Jahresende 2019 etwa 82 Millionen Euro und bestand zu 4 Millionen Euro aus liquiden Mitteln, 78 Millionen Euro standen im neuen Working-Capital-Kreditrahmen von 200 Millionen Euro zur Verfügung.
  • 2020 wird Vion Dividenden in Höhe von 14,0 Millionen Euro für das Jahr 2019 ausschütten (275,68 Euro je ausgegebener Aktie).

Geschäftsbericht 2019
Der Geschäftsbericht 2019 von Vion wird auf der Website veröffentlicht.