Biodiversität und Ökosysteme

Schutz der biologischen Vielfalt entlang unserer Lieferkette

Fast jede Nahrungskette beginnt mit dem Anbau von Nutzpflanzen. Dieser hat Auswirkungen auf die biologische Vielfalt. Vion ist sich bewusst, dass entlang der Wertschöpfungskette auch negative Effekte entstehen können. Dazu zählen unter anderem Entwaldung durch den Anbau von Soja und Palmöl sowie Einflüsse der Tierhaltung auf die Biodiversität, etwa durch Stickstoff-, Phosphor- und Schwefeleinträge. Auch Transporte tragen zu Stickstoffemissionen bei.

Gleichzeitig leisten wir einen positiven Beitrag. Durch unser Angebot von Bio-Fleisch unterstützen wir nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken, die Ökosysteme besser schützen und im Einklang mit dem UN-Nachhaltigkeitsziel 2.4 stehen. Darüber hinaus arbeiten wir eng mit unseren Schweinehaltern zusammen, um die Biodiversität vor Ort zu stärken. Dafür stellen wir ein praxisnahes Toolkit mit Vogelhäuschen, Insektenhotels und konkreten Handlungsempfehlungen zur Förderung lokaler Ökosysteme zur Verfügung.

Vion erkennt Biodiversität als unverzichtbar für das Leben, einen gesunden Planeten und eine sichere Lebensmittelversorgung an. Ihr Erhalt erfordert Naturschutz, nachhaltiges Wirtschaften und Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Vion betreibt sieben Standorte in den Niederlanden und fünf in Deutschland und besitzt seit über 20 Jahren keine landwirtschaftlichen Betriebe. Eine Umwandlung von Land findet nicht statt. Emissionen aus Energieverbrauch, Abfallverarbeitung und Transport unterliegen strengen Umweltvorgaben, die Vion vollständig einhält.

Im Folgenden stellen wir drei konkrete Schwerpunkte unserer Politik vor, die unseren Ansatz näher erläutern. 

Betriebsführung 

Die Auswirkungen der Lieferkette auf landwirtschaftliche Betriebe resultieren hauptsächlich aus Ammoniakemissionen in Gülle, die durch die Art des Stalls, den Einsatz von Luftwäschern und die Dauer der Gülleaufbewahrung beeinflusst werden. 

Entwaldung 

Soja ist ein wichtiger Bestandteil der Biodiversitätsstrategie von Vion. Der Bezug aus Brasilien und Argentinien kann mit einem Risiko für Entwaldung verbunden sein. Um dieses Risiko zu verringern, unterstützt Vion seit Beginn die Zertifizierung nach dem Round Table on Responsible Soy (RTRS), die den Schutz von Wäldern und Ökosystemen fördert. 

Der aktuelle Schwerpunkt liegt darauf, Soja-Lieferketten ohne Entwaldung sicherzustellen. Im Einklang mit unserem Ziel für 2030 arbeiten wir dafür eng mit Landwirten und Futtermittelherstellern zusammen. Ziel ist es, Entwaldung zu verhindern und einen Beitrag zum UN-Nachhaltigkeitsziel 15.2 zu leisten. 

Bio 

Um die biologische Vielfalt zu schützen, fördert Vion die Produktion von Bio-Fleisch und baut Lieferketten für Schweine- und Rindfleisch auf. De Groene Weg, Europas zweitgrößter Bio-Fleischproduzent und Marktführer in den Niederlanden, verarbeitet jährlich über 100.000 Schweine, die von Skal und dem 3-Sterne-Label „Better Life“ zertifiziert sind. 

Die europäische Entwaldungsverordnung 

Auch wenn die europäische Entwaldungsverordnung (EUDR) erst ab 2026 gilt, ist Vion bereits heute auf die Anforderungen vorbereitet. Wir verarbeiten Rindfleisch und Nebenprodukte aus EU-Ländern und dem Vereinigten Königreich. Alle direkten Lieferanten sind vollständig bekannt und rückverfolgbar. Gemeinsam mit Partnern aus der Lieferkette, Branchenverbänden wie VDF und VleesNL sowie mit Ministerien arbeiten wir an praxistauglichen, branchenweiten Lösungen zur Umsetzung der Verordnung. 

Vion hat eine Risikoanalyse durchgeführt, um Lieferländer anhand klarer Kriterien zu bewerten. Dazu zählen unter anderem das Korruptionsniveau, der Zustand der Wälder und bisherige Erfahrungen mit entwaldungsfreien Lieferketten. Diese Analyse bildet eine belastbare Grundlage für die Einhaltung der EUDR. Unser konventionelles Rindfleisch stammt nicht aus Ländern mit hohem Entwaldungsrisiko. 

Die EU und Deutschland, die Kernmärkte von Vion, gelten in Bezug auf Entwaldung in der Rindfleischproduktion als Länder mit geringem Risiko. Auch wenn die formalen Due-Diligence-Systeme noch weiterentwickelt werden, verfügen wir bereits heute über detaillierte Herkunftsdaten zu den von uns geschlachteten Tieren. Der zusätzliche Datenbedarf ist daher begrenzt. 

Vion hat interne Prozesse zur Kontrolle von Entwaldungsrisiken gemäß EUDR etabliert und stimmt sich aktiv mit den zuständigen Behörden in den Mitgliedstaaten zur konkreten Umsetzung ab. 

Gemeinsam mit unseren Schweinehaltern fördern wir die lokale Biodiversität, indem wir ein praxisnahes Toolkit mit Vogelhäuschen, Insektenhotels und konkreten Handlungsempfehlungen zur Verfügung stellen.

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Maßnahmen

Im Jahr 2026 werden wir mehrere Maßnahmen ergreifen, um die Entwaldung in unserer Lieferkette zu stoppen.

Dazu gehören: 

  • Entwicklung einer Methode, um den Anteil von Landnutzungsänderungen beim CO₂-Fußabdruck von Rind- und Schweinefleisch separat auszuweisen 
  • Festlegung des Referenzwerts für das SBTi-Basisjahr 2021 
  • Schätzung der jährlichen Reduktionsprozentsätze bis 2025 
  • Fortlaufender Austausch mit Futtermittelherstellern, um den Einfluss von Landnutzungsänderungen bei Schweinefutter zu verringern 
  • Weiterführung der 2025 gestarteten Pilotprojekte zur Bewertung von Einsparpotenzialen und zusätzlichen Kosten 
  • Beitritt von Vion zur niederländischen Stiftung United Against Food Waste im Jahr 2025. In dieser Koalition fördern wir den Einsatz von Futtermitteln aus der Kreislaufwirtschaft, etwa durch Nebenprodukte der Lebensmittelindustrie und ehemalige Lebensmittel. Ziel ist es, Abfälle zu reduzieren und in hochwertige Lebensmittel umzuwandeln. Die Koalition prüft Chancen und Risiken und arbeitet an der Entwicklung neuer Standards.  

Im Hinblick auf Stickstoffemissionen werden wir 2025 und 2026 die Entwicklung der Berechnungsmethode fortsetzen und diese vor dem dritten Quartal 2026 abschließen. 

In der Koalition United Against Food Waste fördern wir Futtermittel aus der Kreislaufwirtschaft, um Abfälle zu reduzieren und in hochwertige Lebensmittel umzuwandeln.

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Ziele 

Wir wollen unseren Beitrag zum Schutz der Biodiversität weiter ausbauen und arbeiten derzeit an klar messbaren Zielen. Dafür definieren wir aktuell konkrete Kennzahlen und Datengrundlagen. Unsere Zielsetzungen können sich im Zuge der Weiterentwicklung unseres Ansatzes noch anpassen. 

Indem wir diesen Prozess offen darstellen, zeigen wir unser Engagement für den Schutz und die Stärkung der Biodiversität und schaffen gleichzeitig eine belastbare Grundlage für künftige Fortschritte. 

Im Folgenden sind unsere derzeitigen Ziele aufgeführt. 

Stärkung der Landwirte 

Alle Landwirte, die nach unseren anerkannten Lieferkettenkonzepten arbeiten, erhalten bis 2030 unser Biodiversitäts-Toolkit, einschließlich Vogelhäuschen, Insektenhotels und Informationsblättern. 

Bekämpfung von Landnutzungsänderungen 

Wir legen einen stärkeren Fokus auf Landnutzungsänderungen im CO₂-Fußabdruck unserer liefernden Landwirte. Damit unterstützen wir unsere Ziele zur Reduzierung von Scope-3-FLAG-Emissionen.

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